Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Feststellung der eingeschränkten Alltagskompetenz

Seit 2013 erhalten Menschen mit geistigen oder seelischen Einschränkungen mehr Leistungen. Mit der Einführung der Pflegestufe 0 sollen insbesondere Menschen mit einer demenziellen Erkrankung bedacht werden. Eingeschränkte Alltagskompetenz, z. B. für die Stufe 0, liegt vor, wenn 2 der folgenden Kriterien zutreffen*. Mindestens 2 Fähigkeitsbeschränkungen davon eine aus dem Bereich 1-9.

 

 13  Kriterien für eine eingeschränkte Alltagskompetenz

1.   Unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereichs (Weglauftendenz)

2.   Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen

3.   Unsachgemäßer Umgang mit gefährdenden Gegenständen oder potenziell gefährdenden Substanzen

4.   Tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation

5.   Einer Situation unangemessenes Verhalten

6.   Unfähigkeit, die eigenen körperlichen oder seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen

7.   Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder

      Angststörung

8.   Störung der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigung des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von

      sozialen Alltagsleistungen geführt haben

9.   Störung des Tag-Nacht-Rhythmus

10. Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren

11. Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen

12. Ausgeprägtes labiles und unkontrolliert emotionales Verhalten

13. Zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression          

 

 *Kommt mind. noch ein weiteres Kriterium hinzu, liegt eine im erhöhtem Maße eingeschränkte Alltagskompetenz  vor.

 

Wird eine betroffene Person zuhause gepflegt, sollten Sie bei Ihrer Pflegekasse einen Leistungsantrag (Stichwort: "Eingeschränkte Alltagskompetenz") stellen. Ob die erforderlichen Kriterien zutreffen, wird dann der MDK (Medizinsche Dienst der Krankenkassen) prüfen.

 

Folgende Leistungen stehen Ihnen bei eingeschränkter Alltagskompetenz monatlich zu:                ab 01.01.2015

Pflegestufe 0                 Pflegesachleistung oder  Pflegegeld für Angehörige         231 Euro bzw.  123 Euro  

                    I                    "                         "       "      "                "          "                             689  " "     "      316 Euro

                    II                   "                         "       "      "                "          "                          1.298  " "     "      545 Euro

                    III                  "                         "       "      "                "          "                          1.612  " "     "      728 Euro              

 

Mehr Informationen zum Thema "Eingeschränkte Alltagskompetenz" finden Sie beim Bundesministerium für Gesundheit. Oder Sie wenden sich an einen Pflegestützpunkt in ihrem Wohnort. Dort finden Sie eine spezielle Beratungsstelle für Angehörige von Pflegebedürftigen. Den für Sie zuständigen Pflegestützpunkt finden Sie hier.

 

Pflegestärkungsgesetz 3. Änderungen ab dem 01.01.2017

Wer eine Einstufung in eine Pflegestufe hat, wird 2017 automatisch in den nächst höheren Pflegegrad eingestuft. Bei anerkannter eingeschränkter Alltagskompetenz erfolgt die Einstufung in den übernächsten Pflegegrad.

Bei Menschen mit körperlichen Einschränkungen

In Pflegestufen bis 2016    (ALT)

In Pflegegraden ab 2017   (NEU)

Pflegestufe I

Pflegegrad 2

Pflegestufe II

Pflegegrad 3

Pflegestufe III

Pflegegrad 4

Härtefall III

Pflegegrad 5

 

Bei Menschen mit dauerhaft eingeschränkter Alltagskompetenz

In Pflegestufen bis 2016   (ALT)

In Pflegegraden ab 2017   (NEU)

Pflegestufe 0

Pflegegrad 2

Pflegestufe I

Pflegegrad 3

Pflegestufe II

Pflegegrad 4

Pflegestufe III

Pflegegrad 5

Anstatt wie bisher 104,00 bzw. 208,00 Euro erhalten ab Pflegegrad 2 alle 125,00 Euro mtl..

 

 Pflegegeld und Pflegegrade

Pflegegrade und Pflegegeld ab 2017Pflegegrade und Pflegegeld ab 2017

 

 

 Pflegesachleistung

Pflegesachleistungen der einzelnen PflegegradePflegesachleistungen der einzelnen Pflegegrade

 

 Aktualisiert am 19. Dezember 2016 um 11:03 Uhr